Gefühlstäter

Mit Wurzeln in Amerika und den Niederlanden und neben den aufgezählten auch in Südkorea aufgewachsen, erscheint der in Utrecht lebende Singer/Songwriter Lukas Batteau als Prototyp eines Weltbürgers. Seine Liebe zur Musik von Bands wie “Pearl Jam“, “Smashing Pumpkins“ und “Radiohead“ bewegt ihn dazu selbst Songs zu schreiben. 2008 veröffentlicht er seine erste EP “All Dressed Up And Nowhere To Go“. Für den titellosen Nachfolger versammelt er niederländische Künstler wie Jelte Heringa, Nicky Hustinx und Merijn van de Wijdeven um sich. Und neben zahlreichen Konzerten, findet er sich u.a. im Vorprogramm von Tracy Bonham, “Gomez“ und “Miss Montreal“ wieder.

In diesem Jahr scheint es an der Zeit den nächsten Schritt zu gehen und so legt der Musiker sein Debütalbum “Wasteland“ nach. Aufgenommen im Epic Rainbow Unicorn Studio, im The Green Motel, sowie in einem deutschen Schloss und ergänzt durch Beiträge von Gästen wie Florian Bungardt (Gregor Meyle), Frank Wienk (Most Unpkeasant Men, Kyteman) oder dem Red Limo String Quartet zeigt er sich immer noch von seinen Vorbildern geleitet. Die emotionale Intensität seiner Stimme wird von den teils minimalistisch gehaltenen Instrumentalarrangements weiter nach vorne gestellt. Wunderschön, wie sich der Opener “Enchanted“ über seine vergleichsweise kurze Lauflänge von der verschlossenen Knospe zur geöffneten Blüte entfaltet. Entspannte Klänge, die den Reisenden vom Strand ins offene Meer tragen. Melancholisch schön. Melodisch anmutend. Aber immer wieder auch mit etwas Rockopus versehen. Der gleichnamige Titelsong nach “Pearl Jam“-esquen Vorbild geschneidert. Die Single “Cannonball“ verschleppt gekonnt das Tempo, um sich im Refrain der eingängigen Linie hinzugeben. “Wasteland“ lebt vom Gesang, den bittersüßen Harmonien und der Prise (Rock) Energie und Dynamik zur richtigen Zeit. Er lässt jedoch auch Raum für Instrumentalpausen. Das macht das Album zu einem mehr als beachtlichen Einstand eines ambitionierten Gefühlstäters.

Anspieltipps: “Enchanted“, “Cannonball“ und “Island of sorrow“

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